Gilera Fuoco 500 – Ein Piaggio mit drei Rädern
Fast jeder, der heute ein Fahrrad, Motorrad oder Auto sein eigenen nennt, hat in ganz jungen Jahren seine ersten Erfahrungen auf einem Dreirad gemacht. Quasi sturzsicher und viel cooler als Stützräder am Fahrrad, doch wer würde sich auch noch jenseits des sechsten Lebensjahres auf ein solches Gefährt setzen?
Der Gedanke daran ist hierzulande doch recht ungewöhnlich, selbst wenn besagtes Dreirad, wie der Gilera Fuoco 500 aus dem Hause Piaggio, 41 PS aufbieten kann.
Selbst Trike-Fahrer müssen sich gelegentlich belächeln lassen, und wie mag es erst sein, wenn man sich auf Deutschlands Straßen mit einem dreirädrigen Motorroller blicken lässt? In Italien scheint man diese Sorgen nicht zu kennen. Dort ist der Gilera Fuoco 500 seit seiner Premiere 2007 ein gewohntes Bild, in Deutschland jedoch nur eine Randerscheinung.
41 PS und 42 Nm Drehmoment, der Gilera Fuoco 500 hat ordentlich Leistung
Und dabei spricht doch einiges für das Kraftpaket mit den zwei Vorderrädern. Der Gilera Fuoco 500 ist ungemein kraftvoll. 30 Kilowatt, also runde 41 PS, entwickeln bei 5.250 Umdrehungen ein für einen Roller beachtliches Drehmoment von 42 Newtonmetern. 150 km/h sind bei diesen Werten durchaus drin und welcher Roller kann da schon mithalten. Allerdings ist der Gilera Fuoco 500 dann auch mit vier bis fünf Litern Super auf 100 Kilometern im Spritverbrauch einsame Spitze.
Die Fahrstabilität des Gilera Fuoco 500 ist sein größter Vorteil
Aber das größte Plus des Gilera Fuoco 500 ist nicht seine Motorleistung, sondern seine stabile und agile Fahrdynamik. Zwar ist der Flitzer bei langsamem Tempo ein wenig träge in der Steuerung, was sich bei einem doppelten Vorderrad nun mal nicht vermeiden lässt, aber bei moderatem Tempo ist er jedem Einspurfahrzeug überlegen. Ganze 40° Seitenneigung in Kurven sind drin und das bei fast jeder Wetterlage und Straßenbeschaffenheit. Egal ob auf Asphalt oder Schotter, bei Regen oder Sonne, der Gilera Fuoco 500 bietet eine Fahrsicherheit wie sie sonst nur ein Auto versprechen kann.
Auch im Stadtverkehr ein Roller mit guter Figur, der Gilera Fuoco 500
Und dennoch ist der ungewöhnliche Roller kaum breiter als ein „normaler“ Maxi-Scooter. So lässt er nicht nur keine Agilität im Stadtverkehr vermissen, auch sonst ist der Gilera Fuoco mehr als nur alltagstauglich. Regenschutz, diverse Stauräume und möglicherweise sogar bald eine Fahrerlaubnis nur mit einem PKW-Führerschein lassen nach kurzer Zeit die meisten kleinen Spötteleien der Einspurfahrer vergessen.
Lediglich der recht hohe Preis von 7.600 Euro könnte das Fahrvergnügen ein wenig trüben. Aber ansonsten spricht eigentlich nichts gegen ein drittes Rad an einem Roller.

