MV Agusta Brutale 1090 RR - Lamborghini auf 2 Rädern
Der Nachfolger der Agusta Brutale 1078 RR scharrt schon mit dem 190/55 ZR 17 Reifen. Die MV Agusta Brutale 1090 RR sorgt ab 2010 zum Preis von 18.500 Euro für massig Fahrspaß.
Die MV Agusta Brutale 1090 RR macht da weiter, wo die Brutale 1078 RR aufhörte. Perfekt sind trotzdem höchstens die wunderbaren Schweißnähte des Rohrramens. ABS gibt’s nicht für die vorderen 320-mm-Scheibenbremsen und hintere 210er Scheibe, alle an Vierkolben-Festsätteln. Die 50 mm-Upside-Down-Gabel und die Aluminium-Einarmschwinge verfügen beide über eine verstellbare Federbasis sowie Zug- und Druckstufendämpfung. Auf der Straße zittert der Lenker trotz Dämpfer bei außergewöhnlichen Fahrmanövern. Ein Sozius wird das wegen des unbequemen Sitzes allerdings nicht merken, sondern dem brutalen Ritt gleich fernbleiben.
Augusta Brutale mit Doppelrohr-Auspuffanlage
Die neue Agusta Brutale wird von einem 1078 ccm Vierzylinder-Viertakter mit zwei obenliegenden, kettengetriebene Nockenwellen befeuert. Vier Ventile pro Zylinder ergeben das sportliche 16V, die Abgase entfleuchen über die Doppelrohr-Auspuffanlage. Die hydraulische Mehrscheiben-Kupplung im Ölbad und das Sechsganggetriebe dürfen sich mit 144 PS bei 10600 U/min und satten 115 Nm Drehmoment bei 8000 Touren herumschlagen. Der mit 55 mm sehr kurzhubige Reihenvierer mit einer Verdichtung von 13,0:1 bringt aber schon bei verträglichen 4000 Umdrehungen 100 Nm zustande. Die Spitze liegt bei 255 km/h, das Triebwerk lässt sich allerdings kombiniert schon 7,3 l Super schmecken. Sportlich getreten rauscht aber nur ein halber Liter mehr durch die Mikuni-Einspritzung.
Brutale 1078 RR ehrenhaft entlassen
Die MV Agusta Brutale 1090 RR gelingt der Spagat zwischen komprossloser Dynamik und Alltagskomfort: Der Motor stark, die Bremsen unschlagbar, die Gabel fast zu weich für das 214-kg-Geschoss. Leicht und präzise Lenkung dazu, fertig ist eines der besten MV Agusta-Motorräder seit der Übernahme durch Harley Davidson. An Nebensächlichkeiten wie ordentlichen Spiegeln oder Koffern hält sich der brutale 1078-Ersatz nicht auf. Wozu auch, wenn Tacho 100 in 3,3 und 200 in 9,8 Sekunden erreicht ist?
