Simson Vogelserie: Spatz, Star, Sperber, Habicht
Auch bei der Firma Simson stecken, wie so häufig, zwei Brüder hinter dem Ursprung des Unternehmens. Das Unternehmen kann auf eine Geschichte zurückschauen, die geprägt ist von beiden Weltkriegen sowie der Teilung der Bundesrepublik. Die Vogelserie ist dabei die bekannteste Produktionsreihe des Unternehmens.
Begründet wurde Simson, als die Brüder Simson 1845 den Stahlhammer erwarben. Zunächst konzentrierte sich die Konzeption und Produktion auf den Bereich Waffen und Fahrräder, später folgten auch Fahrzeuge, wie beispielsweise der Simson Supra. Nach dem 1. Weltkrieg war das Unternehmen die einzige Firma, die Maschinengewehre herstellen durfte.
Simson nach der Machtergreifung der Nazis
Mit der Machtergreifung Hitlers wurde Simson von den Nazis übernommen, da es sich eben um die einzige Firma handelte, die noch Waffen herstellen durfte. Der Name wurde in „Berlin-Suhler Waffen- und Fahrzeugewerke Simson & Co.“ umbenannt und die „jüdischen“ Geschäftsführer von den Nazis diffamiert. Sie wurden mithilfe von Gerichtsklagen beseitigt und als „jüdische Wirtschaftskriminelle“ bezeichnet. Nach dem zweiten Weltkrieg erfolgte eine Demontur des Unternehmens, welches als Reparationszahlung an die Sowjetunion genutzt wurde.Ein kleiner Teil bleib in Deutschland und nahm die Produktion von Jagdwaffen und Fahrrädern wieder auf.
Später erfolgte die Umwandlung in einen staatseigenen Betrieb der DDR. Dies war die Zeit, in welcher die Vogelserie entstand und große Erfolge feierte. Die Serie besteht aus der „Schwalbe“ (KR51, KR51/1, KR51/2), dem „Spatz“ (SR4-1), dem „Star“ (SR 4-2, SR 4-2/1), dem „Sperber” (SR 4-3) und dem „Habicht“ (SR 4-4). Produziert wurden die erfolgreichen Modelle von 1964 bis 1975.
Simson Vogelserie-Modelle ähneln sich stark
Die Fahrzeugreihe zeichnet sich durch einen 50-cm³-Zweitaktmotor sowie ein Kleinkraftrad aus. Bei letzterem bildet der Sperber mit einer Höchstgeschwindigkeit von über 70 km/h ein Leichtkraftrad. Habicht und Spatz waren Mokicks, während die Schwalbe als Kleinroller in Erscheinung trat. Ein Großteil der Bau- und Ersatzteile waren standardisiert und austauschbar. Daher unterscheiden sich die Modelle in ihrer Optik und im Grundaufbau nur äußerst gering. Auch die gesamte Elektrik wurde bei allen Modellen übernommen.
Besonders in den neuen Bundesländern erfreuten sich die Modelle einer erheblichen Beliebtheit und sind dort immer noch sehr bekannt. Die Vogelserie wurde in viele, größtenteils sozialistische Staaten wie die Sowjetunion und Kuba, aber auch Entwicklungsländer, exportiert. Heute werden die Modelle nicht mehr produziert, gelten jedoch als beliebte Sammlerstücke.
