Unfallmotorrad – Vom Teilespender zum Schnäppchen-Bike

Autor: Valentino

Unfallmotorräder sind keinesfalls ein Fall für den Schrottplatz. Im Gegensatz zu PKWs lassen sich vor allem ältere Maschinen mit kundiger Hand gut selbst reparieren oder an selbige verkauft werden. Allerdings hängt viel vom Spektrum des Schadens ab.

Und dabei ist es egal, ob man über ein Unfallmotorrad günstig an eine fahrbare Maschine oder ein Ersatzteillager kommen will oder gar sein eigenes Bike nach einem Crash verkaufen will. Entscheidend ist der Schaden und die eigene Zielsetzung für den Kauf beziehungsweise den Verkauf.

Motorradunfall © Paul L. Nettles

Sucht man Motorräder zum Aufbauen, so sollte man vor allem auf den Motor und den Zustand des Rahmens achten. Gewöhnlich bleiben bei Unfällen die Verkleidung, die Blinker, Lenker, die Auspuffanlage und oft auch die Vordergabel auf der Strecke. Diese Schäden sind in der Regel relativ leicht zu beheben, wenn auch wie im Falle der Gabel nicht immer kostengünstig. Ist der Rahmen oder der Motor beschädigt, so lohnt sich der Kauf nur noch für versierte Schrauber.

Ein Unfallmotorrad als Ersatzteillager braucht keinen intakten Rahmen

Sucht man nur ein Ersatzteillager, quasi einen Organspender, kann man in der Regel auf den Zustand des Rahmens pfeifen, wenn man nicht gerade einen kompletten Neuaufbau plant. Wichtig ist vor allem der Zustand der teuren Neuteile. Also alles rund um Motor, Welle, Getriebe und so weiter. Intakte Blinker und ähnliches findet man ohnehin kaum an Unfallmaschinen  Auf alle Fälle sollte der Preis dem Schaden angemessen sein.

Beachten sollte man aber vor allem, dass nicht jedes Teil für jede Maschine zugelassen ist. Beispielsweise sollte der verbaute Rahmen auch der Motorleistung entsprechen. Das gleiche gilt auch für Bremsen und ähnliches. Günstigster Weise ersteht man eh einen Schrotthaufen des gleichen Typs als Ersatzteillager.

Nicht jedes Ersatzteil darf an jedem Motorrad verbaut werden

Kundige können durchaus aus privater Hand kaufen. Wer sich in der Materie nicht unbedingt auskennt, sollte sich einen Händler seines Vertrauens suchen. Hier zahlt man zwar sicherlich etwas mehr, riskiert aber nicht so schnell einen Fehlkauf.

Wer jedoch seine demoliertes Kawasaki oder Honda loswerden will, sollte sich auf den Privatverkauf beschränken. Händler sind gezwungen, gewinnorientiert zu arbeiten. Soll heißen, sie müssen möglichst billig einkaufen. Bei einem Privatverkauf lassen sich meist bessere Preise erzielen.  Noch mehr Geld lässt sich unter Umständen herausschlagen, wenn die Maschine  in Einzelteilen verkauft wird. Doch gibt es hier selbstverständlich keine Garantien und auch den Arbeitsaufwand sollte man mit einrechnen.

Häufig ist es ja so, dass ein jeder, der ein Unfallmotorrad oder auch nur Ersatzteile aus zweiter Hand sucht, keinesfalls viel Geld ausgeben will.



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